Trenčín – ein historischer Stadtrundgang

Shownotes

Nach Košice/Kaschau (2013) ist Trenčín/Trentschin 2026 die zweite slowakische Stadt, die den Titel „Europäische Kulturhauptstadt“ trägt. Im Rahmen eines Stadtrundgangs stellt Tobias Weger einige der historisch relevantesten Stätten in Trenčín vor. Darunter befinden sich eine römische Inschrift, ein großer Platz mit einer bedeutenden Barockkirche, eine kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vollendete Synagoge und die große Burganlage, die, hoch über der Altstadt gelegen, das Waagtal überragt.

Der Podcast zum Nachlesen: https://spiegelungen.net/10.82486.SP.2026.06.1461/

Verwendeter Sound:

Aufnahme vom Hauptbahnhof Bratislava

Verwendete Musik:

Joseph Haydn: Klaviersonate C-Dur, Hob. XVI:50, Nr. 3: Allegro molto (um 1794). Interpret: Mehmet Okonsar; CC BY-NC 3.0

Felix Mendelssohn-Bartholdy: Andante und Variationen, op. 83a (1850). Interpretinnen: Christina und Michelle Naughton; CC BY-NC-ND 3.0

Robert Schumann: Kinderszenen, op. 15, Nr. 1: Von fremden Ländern und Menschen (1838). Interpretin: Chiara Bertoglio; CC BY 3.0

Pierre Attaignant: Branle gay (um 1530); CC BY 3.0

Fujara; CC BY 4.0

Der SPIEGELUNGEN-Podcast ist eine Produktion des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, gefördert durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Weitere Beiträge in Text, Bild und Ton finden Sie unter www.spiegelungen.net.

Wir freuen uns über eine Bewertung oder ein Like und über Feedback unter spiegelungen@ikgs.de.

CC-Lizenz: BY-NC-ND 4.0 International | IKGS 2026

Transkript anzeigen

00:00:04: Der Spiegelungen Podcast.

00:00:10: Herzlich willkommen!

00:00:11: Ich heiße Tobias Weger und nehme Sie heute im Rahmen unseres Formats europäische Kulturhauptstädte mit auf einen Spaziergang durch die westlovakische Stadt Trencín, die im Jahre twenty-sixundzwanzig gemeinsam mit dem finnischen Oulu den Titel Europäische Kulturhauptstadt trägt.

00:00:43: Etwas mehr als eine Stunde benötigt der Schnellzug des lovakischen staatlichen Eisenbahnen vom Hauptbahnhof in Bratislava bis nach Trencin.

00:00:52: Die Strecke führt zunächst an den östlichen Ausläufern der Westkrapaten entlang, vorbei an den Orten Svetijur, Saint-Georgen und Pesinok Bösing, in denen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs etwa ein Viertel der Einwohner Deutschsprachig waren und dort Weinbau betrieben.

00:01:10: Weiter geht es entlang eines alten europäischen Kommunikationsweges durch das Wagtal, benannt nach dem Fluss Wag, slovakisch Vach.

00:01:20: Die Wag ist der längste Fluss des Landes – sie entspringt in der Tatra und mündet nach etwa vierhundert Kilometern bei Comarno in die Donau.

00:01:29: Durch Jahrhunderte fand in dieser Region ein intensiver Austausch zwischen dem Ostseeraum und Polen im Norden sowie Südosteuropa statt.

00:01:38: Händler, Handwerker, Gelehrte, Krieger und gekrönte Häupte zogen hier durch.

00:01:43: Und auch heute zählen die Autobahn- und Eisenbahnstrecken von Bratislava über Trenčin nach Žilina, Silein – und weiter nach Poprat, Deutschlandorf, Bresov, Peries und Koshice, Kassau zu den wichtigsten Verkehrsadern der Slowakei.

00:02:00: Mehrere Routen zweigen von ihr nach Norden ab, westlich und östlich der Tatra vorbei – nach Polen aber auch nach Westen ins benachbarte Tschechien.

00:02:11: Aufgrund ihrer strategischen und ökonomischen Bedeutung säumten diese Strecke im mittelalter mächtige Burganlagen, von denen einige auch vom Zugfenster aus gut erkennbar sind.

00:02:23: Da ist auf der westlichen Seite die heutige Ruine von Czachtice Auf die bald auf der gegenüberliegenden Seite, die mächtig auf einem freistehenden Felsblock drohnende Burg von Betzko folgt.

00:02:36: Nach wenigen weiteren Minuten erreicht der Zug bereits die Plattenbauvororte von Trencin.

00:02:43: Auch diese Stadt begrünt eine riesige Burganlage weit hinsichtbar im sich hier bereits nach Norden zu verengenden Wagtal.

00:02:53: Die Zugstrecke beschreibt noch einen weiten Bogen, überquert schließlich die Wag und dann rollt der Zug auch bereits in den Bahnhof von Trencin ein.

00:03:03: Kein prachtvoller historischer Bahnhof wie in vielen anderen Städten Zentral Europas sondern ein rein funktionaler Neubau aus kommunistischer Zeit.

00:03:13: Verlässt man ihn steht man auf dem Bahnhofsvorplatz unterhalb der Nordseite der Burg.

00:03:18: Um zur Altstadt zu gelangen muss man ein paar Schritte durch einen Park gehen.

00:03:24: An dessen Ende fällt der Blick auf ein breit gestrecktes, imposantes Gebäude mit einer reich verzierten Fassade das sich an den Burgberg zu schmiegen scheint.

00:03:35: Es ist das Hotel Elisabeth benannt heute wieder nach der österreichischen Kaiserin und ungarischen Königin Sisi.

00:03:43: In den letzten Jahrzehnten ist dieses Hotel mehrfach restauriert modernisiert und umgebaut worden.

00:03:50: Im ersten Stock wartet es mit einer historischen Besonderheit auf.

00:03:55: Ein großes Sichtfenster gibt nach hinten den Blick frei auf eine in den Fels gehauende lateinische Inschrift, sie erinnert an den Sieg der zweiten römischen Legion über die Marcomannen im Jahre onehundertneunzebzig nach Christus.

00:04:12: Die Römer sind also bis in diese Gegend gekommen.

00:04:14: lange bevor Trencin als Stadt gegründet wurde Wo sich heute das Hotel Elisabeth erhebt, befand sich lange das obere Stadttor, dass die nördliche Zufahrt zur verhältnismäßig kleinen Altstadt von Trencin schützte.

00:05:33: Die heuteslovakische Stadt zählte durch Jahrhunderte zum Königreich Ungarn.

00:05:38: Zum Charakter der Stadt heißt es im fünften Ungarenband des sogenannten Kronprinzenwerks aus dem Jahre eighteenhundertachtundneunzig.

00:05:48: Trensin ist eine kleine Stadt Aber die schönste längst der Wag.

00:05:53: Seine Gassen sind obgleich reinlich, wegen der durch die Wag geschaffenen Hindernisse nicht recht geregelt.

00:06:00: Es hat bloß fünftausend einhundert Einwohner darunter aber viel Intelligenz und Hadel.

00:06:07: Außerdem Obergymnasium besitzt es eine höhere Töchterschule und einen naturwissenschaftlichen Verein.

00:06:13: Es ist Sitz der Kommutatsbehörde des Gerichtshofes und Bezirksgerichts der Finanzverwaltung und auch das Komiteats Krankenhaus befindet sich hier.

00:06:24: Trencin ist eine Stadt mit geordneten Magistrat, und führt den Titel Königliche Freistaat.

00:06:31: Es treibt Landwirtschaft und Gewerbe.

00:06:34: Der Boden ist gut – der Obstreichtum namentlich Äpfel und Pflaumen groß.

00:06:40: Mitunter reift selbst die Traube.

00:06:43: Die Öfen- und Kochgeschirrindustrie hat es schon zum Export gebracht.

00:06:48: Der Handel ist entwickelt, der Verkehr ansehnlich.

00:06:54: Innerhalb von einhundertdreißig Jahren hat sich die Bevölkerungszahl von Trencin mehr als verzehnfacht – zum Teil durch die Eingemeindung ehemals selbstständiger Dörfer im Rumland – zum Teil durch den Bau großer Siedlungen in den Jahrzehnten der kommunistischen Herrschaft.

00:07:11: In einem landesweiten Auswahlverfahren hat sich Trencin als europäische Kulturhauptstadt gegen eine Reihe von Mitbewerbern durchgesetzt und teilt sich in den Titel mit der finnischen Stadt Oulu.

00:07:25: Nach Koschice-Kaschao, ist Trencin damit dreizehn Jahre später die zweite Europäische Kulturhauptstadt auf dem Gebiet der Slowakei.

00:07:37: ein hoch motiviertes Kulturhauptstattteam Arbeitet bereits seit vielen Monaten an einem reichhaltigen Programm, das neben der Stadt auch ihr Umland mit einbezieht.

00:09:25: Doch setzen wir unseren kleinen Rundgang durch die Stadt fort!

00:09:29: Auf das Hotel Elisabeth folgt das ehemalige Komitatshaus – ein barockes Palais, dass heute Sitz des Trencina Museums ist.

00:09:38: Das Gebäude ist in den vergangenen Jahren aufwendig restauriert worden und wird ab im Jahr für die Besucher wieder offen stehen.

00:09:47: Die Hauptachse durch die historische Altstadt weidet sich zu einem langgestreckten, linsenförmigen Hauptplatz dem Mjerovenamjestje, den Platz des Friedens.

00:09:59: Früher hieß er einfach nur Hauptplatz – in der Zeit der ersten tschechoslowakischen Republik wurde er nach dem Gründerpräsidenten T. G. Masarek benannt im lovakischen Staat ab und dann ab und danach nach dem autonomistischen Politiker André Chlinka Ab bestehend aus der Stadt von Stalin.

00:10:20: Im Zuge der Entstalinisierung wurde die Idee des Friedens zur Namensgeberin.

00:10:27: Die meisten Gebäude, die diesen Platz säumen, sind einfache zwei geschossige Bürgerhäuser.

00:10:33: In der Mitte des Platzes ragt eine barocke Dreifaltigkeitssäule in Poor – eine Reminiszenz an die Pestepidemien, die zu Beginn des achzehnten Jahrhunderts ganz Südosteuropa schreckten.

00:10:45: Zahlreiche Cafés und Restaurants laden an diesem Platz einheimische Gäste ein.

00:10:51: Außerdem dient der von der mächtigen Burg beherrschte Platz häufig als Austragungsort kultureller und politischer Veranstaltungen.

00:11:00: Ein moderner Brunnen mit einem Zitat des römischen Kaisers Mark Aurel erinnert noch einmal daran, dass in der Gegend von Trencin im zweiten nachchristlichen Jahrhundert auch Römer anwesend waren.

00:11:13: Die architektonischen Dominanten des Platzes befinden sich an seinem südlichen Ende.

00:11:18: Da ist zum einen der Turm des erhalten gebliebenen Untertores, der gegen einen kleinen Obodus bestiegen werden kann und eine sehr gute Aussicht auf die Stadt eröffnet.

00:11:29: Das daran angebaute Rathaus sticht unter den Wiedermeierfassaden etwas hervor.

00:11:34: Es ist ein typischer funktionalistischer Bau aus der Zeit der ersten tschechoslowakischen Republik.

00:11:41: Der schräg gegenübergelegene, große Gebäudekomplex aus der Barockzeit umfasst das im Zuge der Gegenreformation im siebzehnten Jahrhundert errichtete Einstige Jesuitenkloster.

00:11:53: Mit Gymnasium und dazugehörender Kirche mit einer markanten Doppelturmfassade.

00:11:59: Sie ist dem Jesuitischen Missionsheiligen Franz Xaver geweiht.

00:12:03: Daran hat sich auch nach der Aufhebung des Jesuitenordens im ausgehenden achtzehnten Jahrhunderts nichts geändert, auch wenn seither anstelle der Jesuiten die Piaristen das Kloster, die Schule und die Kirche verwalten.

00:12:16: Jeweils eine Stunde vor dem Beginn des morgendlichen oder abendlichen Gottesdienstes wird die Kirchen aufgeschlossen – es lohnt sich pünktlich da zu sein um die vielen Details der barocken Ausstattung wahrnehmen zu können!

00:12:30: reicher Stuckdekor, Nebenalterre in den Seitenkapellen und der große Hauptaltar ziehen die Blicke der Besucher an.

00:12:38: Nach einem Brand im Jahre sevenhundert acht ist diese Kirche im Inneren vollständig erneuert worden.

00:12:45: Die Jesuiten wollten für die Wiederherstellung keine Mühen- und Kostensparen und engagierten einen Ordensbruder – den italienischen Architekten und Maler Andrea Podzo.

00:12:56: Der starb allerdings in Wien, sodass die Wahl schließlich auf seinen berühmtesten Schüler fiel – den ursprünglich aus Tirol stammenden Christoph Tausch.

00:13:07: Dessen illusulistische Malereien können heute in Prag, Wien-, Breslau-, Neiße-Görz und eben hier in Trencin bestaunt werden.

00:13:17: Drei Deckenfresten der Kirche stammen von Christophtausch.

00:13:22: Im Hinteren hat der Mala die vier damals bekannten Eerteile Europa, Asien, Afrika und Amerika mit weiblichen Allegorien versinnbildlicht – und dabei den weltumspannenden Anspruch des Christentums dargestellt.

00:13:38: Im Presbyterium hat der Künstler die Verherrlichung des Kirchenpatrons Franz Xaver visualisiert.

00:13:45: Von herausragender Bedeutung ist insbesondere das mittlere Fresco eine Scheinkuppel, die in ihrer Perspektive- und Lichtführung tatsächlich den Eindruck einkommen lässt Über der Kirchendecke wölbe sich an dieser Stelle eine mächtige Kuppel empor.

00:16:16: In unmittelbarer räumlicher Nähe zum Untertor und zum Piaristenkloster ist in den Jahren neunzehnt zwölf bis neunzelneinzehnten ein weiteres architektonisches Meisterwerk entstanden.

00:16:29: Die Neologe Synagoge mit ihrer markanten Kuppe ist Ausdruck des Selbstbewusstseins, der jüdischen Gemeinde von Trencin in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.

00:16:40: Der in Piercetiani, Unwald von Trencin geborene aber vor allem in berlin tätige Architekt Richard Scheibner hatte sich in einem Wettbewerb mit seinem Entwurf gegenüber berühmten österreichischen und ungarischen Konkurrenten durchgesetzt.

00:16:57: Er schuf ein Zentralgebäude das orientalische Elemente mit künstlerischen Formen des Artdeko vereint.

00:17:05: Die Synagoge teilt das Schicksal der Juden der Slowakei.

00:17:09: Sie wurde während des autoritären Regimes im Zweiten Weltkrieg geschlossen, nach nineteenunzehntvierzig kurzzeitig wieder für die Überlebenden der Shoah in Betrieb genommen – später aber vor allem als Konzert- und Ausstellungsraum genutzt.

00:17:24: Erst seit den letzten Jahren kann die nur noch kleine jüdische Gemeinde von Trenchin den Bau wieder als Gottes Haus nutzen.

00:17:32: Neben den ornamentalen Malereien am Arun Hakodesh und den Emporen sowie den bunten Glasfenstern mit religiöser Symbolik schaffen vor allem die ganz in blau gehaltene Kuppel- und der prächtige Deckenleuchter eine feierliche Atmosphäre.

00:17:50: Zwei große Tafeln im Eingangsbereich, mit den Namen der ermordeten Gemeindeangehörigen erinnern allerdings auf dramatische Weise daran dass der heute wieder rekonstruierte Originaleindruck dieses Gotteshauses nicht über die historischen Brüche der lokalen jüdischen Geschichte hinwegtäuschen dürfen.

00:18:12: Ein paar Straßen weiter erinnert ein weiterer Sakralbau vom ausgehenden achtzehnten Jahrhundert außerhalb der ehemaligen Stadtmauern an eine weitere religiöse Gemeinschaft, die Christen evangelisch-aufsburgischen Bekenntnisses.

00:18:27: Sie hatten in der Renaissancezeit die Mehrheit der Stadtbevölkerung gebildet, waren aber unter dem Einfluss der Gegenreformation zurückgedrängt worden.

00:18:37: Erst das Toleranzpatent Kaiser Josef II ermöglichte ihnen die Neugründung einer evangelischen Gemeinde und den Bau einer Kirche.

00:18:48: Von der Altstadt führen mehrere Wege zur Trencina Burg hinauf.

00:18:53: Wer den Fahrweg benutzt kommt am sogenannten Haus des Henkers vorbei Heute eine kleine Nebenstelle des Trencina Museums.

00:19:01: Der einbruchsvollste Weg nach oben führt allerdings über die Stufen der überdachten Pfarrstiege.

00:19:08: Sie endet bei der katholischen Pfarrkirche, einem mehrfach umgestalteten Bau, der im Inneren eine Gruft der ungarischen Burgherrn Ileshazi enthält, die beinahe zweihundertfünfzig Jahre lang in Trencin gewirkt und geherrscht hat.

00:19:24: Neben dieser Kirche steht ein mittelalterlicher Karna Ein Beinhaus, in dem das Trencina Museum heute Werke Mittelalterlicher und Barocker Sakrala Kunst präsentiert.

00:20:36: Als Hauptsehenswürdigkeit von Trencin gilt seine Burg eine der ausgedehntesten mittelalterlichen und frühneuzeitliche Wehranlagen in der Slowakei.

00:20:47: Die wenigsten Besucher machen sich eine Vorstellung davon dass wesentliche Teile der Burg die sie heute besichtigen können eigentlich Rekonstruktionen relativ jungen Datums sind Denn nach ihren Glanzzeiten als Adelsresidenz hat die lange Nutzung als Kaserne und die nachfolgende Vernachlässigung zu einem weitgehenden Verfall geführt, sodass zur Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts wesentliche Teile nur noch als Ruinen existierten.

00:21:16: Deren Vervollständigung war deshalb ein bewusster geschichtspolitischer Akt um ein zentrales historisches Denkmal der Slowakei wieder in alten Glanz erstrahlen zu

00:21:27: lassen.".

00:21:28: Ein Besuch der Burg lohnt sich in mehrfacher Hinsicht.

00:21:31: Die originalen Bestandteile waren noch immer sehr bedeutend, die kulturhistorischen Sammlungen auf der Burg zeichnen ein interessantes Bild von deren Vergangenheit und die Aussicht von der Burgterrasse – vor allem aber auch vom Burgfried ist einmalig!

00:21:47: Sie eröffnet einen Rundblick über die ausgedehnte Stadt- und das Wagtal, über das bewaldete Mittelgebirge im Hinterland sowie zum slovakisch-mehrischen Grenzgebirge im Westen.

00:22:01: Der Weg von der Stadt hinauf führt durch das untere Burgtor zu einem Bereich, in dem sich auch der durch eine Legende berühmt geworden Liebesbrunnen die Studnia Laski befindet.

00:22:13: Der Bronnenschacht reicht achtzig Meter tief in den Kalkfelsen und sicherte der Burg eins die Versorgung mit Trinkwasser.

00:22:21: Die Legende berichtet, einer der früheren Burgherren habe in den Auseinandersetzungen mit den Osmanen eine junge Prinzessin namens Fatima auf die Burg Terenshin entführt.

00:22:33: Ihr verlobter Omar habe die Stadt aufgesucht und von Burgherrin die Herausgabe seiner Geliebten gefordert.

00:22:40: Dieser wiederum habe so die Erzählung weiter die Freilassung Fatimas an eine Bedingung geknüpft.

00:22:46: Das Paar würde wieder vereint werden wenn es Omar gelänge einen Brunnen in den Burgfelsen zu schlagen.

00:22:54: Dieser habe sich an die Arbeit gemacht und drei Jahre lang den Felsen bearbeitet, bis er auf eine wasserführende Schicht gestoßen sei.

00:23:03: Angesichts dieser unglaublichen Leistung habe der Burkherr sein Versprechen einhalten müssen.

00:23:09: Omar habe ihm das erste Glas Trinkwasser gereicht und zu ihm gesagt – Wasser hast du aber die Liebe hast Du nicht!

00:23:19: Diese Legende spielt in Trencin noch heute eine Rolle.

00:23:22: Den Besuchern der Burg zeigt man den Brunnen, in der Stadt trägt ein Restaurant den Namen Fatima und ein Café den Namen Omar.

00:23:33: Der eigentliche Palastbau der Trenciner Burg setzt sich aus drei Komplexen zusammen.

00:23:38: Der älteste Stand aus der Zeit des ungarischen Königs Ludwig des Großen.

00:23:43: Der zweite ist nach Barbara von Zilli, der gemahrene Kaisersiges Munz von Luxemburg benannt der Dritte nach dem ungerischen Adelsgeschlecht Sapolja.

00:23:54: Die reichhaltigen Sammlungen lohnen ebenso einen Rundgang wie der Aufstieg zum Matthäus-Turm, der Matuschowa Weser.

00:24:02: Dieser Turm ist benannt nach dem verwegenen adeligem Matthäus Czak ,der sich als Burgherr im dreizehnten Jahrhundert eine große Hausmacht in der heutigen West-Slovakie sicherte und als Herr von der Wag bis zur Tatra bezeichnet wurde.

00:24:18: Für liebhaber militärischer Militärbauten lohnt sich auch noch ein Besuch der Kanonen-Bastei, die die Burg an ihrer Landflanke mit starken Mauern und Wehrgängen gegen Angriffe absicherte.

00:24:31: Vieles gibt es in Trencin' noch zu entdecken – und das nicht nur im Kulturhauptstadtjahr, zwanzigzechsundzwanzig.

00:24:39: Ausflüge in den Nähere Umgebungen führen etwa zudem nördlich der Stadt in einem Felsen über der Wager bauten Wallfahrtsort Skalka.

00:24:48: Dort steht sowohl eine alte Einsiedelei als auch eine barocke Pilgerkirche.

00:24:54: Häufig besucht wird auch der nicht weit entfernte Kurort Trencianske Teplize, Trencin-Teplitz.

00:25:01: Als er im neunzehnten Jahrhundert nach den Maßgaben eines modernen Heilbarz ausgebaut wurde entstand der exakte Nachbau eines orientalischen Hamamn, der noch immer in Benutzung ist.

00:25:13: Wer sich für Industriekultur interessiert, wird in der Stadt Partisanske fündig die als Produktionsstätte mit Fabriken, Arbeiterhäusern und Gemeinschaftsgebäuden für die weltweit agierende Schuhfirma Batja aus dem tschechischen Slin angelegt wurde.

00:26:52: Die sanften und verhältnismäßig dünn besiedelten Mittelgebirge im Umland von Trencin laden zu Wanderungen und zahlreichen Erkundungen ein.

00:27:01: Berühmt ist bei freundenslovakischer Ethnografie das Bergdorf Tschitschmanni mit seinen ornamental bemalten Holzhäusern.

00:27:10: Dieses lovakische Bergbauern- und Hirtendorf ist im frühen zwanzigsten Jahrhundert mehrfach abgebrannt, und bei der Rekonstruktion spielte das lovakisch Architekt und Ethnologe Dushan Jurkovich eine nicht unbedeutende Rolle.

00:27:26: Von Tschitshmanni sind es nur ein paar Kilometer bis ins obere Tal der Neutra Nitra.

00:27:31: Die Kleinstadt Nitrianske Pravno, ehemals Deutschproben war einer der Hauptorte des sogenannten Hauerlands.

00:27:39: Mit diesem Begriff wurden mehrere mehrheitlich von deutschsprachigen Siedlern bewohnte Ortschaften zusammengefasst.

00:27:46: Eine Außenstelle des kapaten deutschen Museums in Bratislava, auf dem Hauptplatz dient nicht nur als Begegnungsstätte für die letzten noch in der Region beheimateten Deutschen sondern vermittelt mit einer Ausstellung auch Eindrücke in das historische und täutige Alltagsleben dieser Menschen.

00:28:05: Was aus westlicher Perspektive lange Zeit weit weit weg erschien ist für viele Menschen mental noch immer eine Terrorinkognita obwohl es einen Teil zentral Europas und auch verkehrstechnisch gut erreichbar ist.

00:28:20: Trencin liegt etwa zwei Bahn- und Autobahnstunden von Wien entfernt, die Flughäfen von Wynn & Bratislava ermöglichen die Anreise von weit entfernten Genden und Orten.

00:28:31: Eine Entdeckung dieser kulturell und historisch vielfältigen Stadt und ihrer Region ist in jedem Falle eine Reise wert.

00:28:43: Sie hörten einen Podcast der Spiegelungen Plattform für deutsche Kulturengeschichte Südosteuropas Redaktion Tobias Wieger Produktion Paula Ruppert.

00:28:54: Weitere Beiträge in Text, Bild und Ton finden sie unter www.spiegelungen.net.

00:29:01: Wir freuen uns über eine Bewertung oder ein Like oder ihr Feedback unter spiegelungen at ikgs.de.

00:29:10: Auf Wiedersehen und auf baldiges Widerhören!

00:29:18: Podcast.

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