„… heraus aus den Rollen, hinein ins Leben“
Shownotes
Mit der Autorin Carmen Elisabeth Puchianu spricht Enikő Dácz über ihre Erfahrungen als Theatermacherin in Kronstadt/Brașov/Brassó und ihr Stück „Entsorgt. Theater des Ichs. Eine Carpatesca cum Persona mit Live-Musik und Videocollagen. One-Woman-Performance“, das im Heft 2.25 der SPIEGELUNGEN erschienen ist. Puchianu erzählt über ihre literarischen Anfänge, ihre Mehrsprachigkeit, das Theater als didaktisches Mittel, den Wechsel zwischen den Gattungen und ihre aktuellen literarischen Pläne. Sie geht auf die Frage ein, wie sich das alternde Ich des Stückes „Entsorgt. Theater des Ichs“ mit der Vergänglichkeit kämpft und dabei einen eigenen Ausweg aus dem „Zeitbrei“ findet, indem es sich in der Sprache „mumifiziert“. Ein Fragment aus dem Stück und lyrische Einschübe ergänzen das Gespräch.
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Verwendete Musik:
Clara Schumann, Scherzo No. 2, Op. 14; Klavier: Luis Sarro (Lizenz: CC0 1.0)
Der SPIEGELUNGEN-Podcast ist eine Produktion des Instituts für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München, gefördert durch das Bundesministerium des Innern aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Weitere Beiträge in Text, Bild und Ton finden Sie unter www.spiegelungen.net.
CC-Lizenz: BY-NC-ND | IKGS 2026
Transkript anzeigen
00:00:04: der Spiegelungen Podcast.
00:00:26: Ist das Interessante an dieser Art von Performance eben das Momentane, das Augenblickliche und was mir das ganze Ambiente suggeriert?
00:00:57: Herzlich willkommen zu einer neuen Spiegelung der Podcastfolge!
00:01:00: Ich heiße Ernik Gödatz und habe heute das Vergnügen, um die Freude mit Carmen Elisabeth Buchjano zu sprechen, die unseren spiegelungen Lesern als Autorin und Germanistin bereits sehr bekannt ist.
00:01:23: Anlass zu unserem Gespräch ist unser letztes Heft, dass sich dem Thema Theater im Wandern und Theaterstunden im Wandern gewidmet hat – und im literarischen Teil auch ihr kurzes Stück entsorgt Theater des ichs publiziert!
00:01:38: Darüber und Ihr Engagement im theatralischen Bereich möchten wir uns heute unterhalten.
00:01:43: Mit einigen lirischen Einschümmen!
00:01:45: Danke, liebe Carmen, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch nehmen.
00:01:50: Ich danke Ihnen, Annie Köhl, dass sie mich eingeladen haben und ich freue mich natürlich auf unser Gespräch.
00:01:58: Zunächst möchte ich Sie vorstellen... in Kronstadt-Praschow-Broschow geboren, Studierten Germanistik und Anglistik an der Universität Bucharest und debütierten literarisch in der Zeitschiff Neue Literatur.
00:02:13: In deiner Zeit schiefen sie ihren ersten Gedichtband das Aufschieben der zwölften Stunde auf die dreizehnte und nach weiterer Lyrik und Prosa bändern erschienen mit Patula Lacht ihr erster Roman.
00:02:30: In dem Jahr zwei Tausend Neunzehn folgte die Prof.
00:02:33: Ressa eine Erotik in gebundener und ungebundener Rede.
00:02:38: Neben Lyrik und Bretristik veröffentlichten sie als Lektorin, Dozentin und ab zwei Taussend Siebzehn als Professorin in Grundstadt auch literaturwissenschaftliche und didaktische Schiften.
00:02:49: Seit deklarer Zeit sind sie herausgegeben in der wissenschaftlichen Reihe der Kruhstädter Germanistinnen.
00:02:56: Ihre literarische Tätigkeit wurde unter anderem, mit dem Debütpreis des rumänischen Schiffterdörferbandes in der Kategorie Essay und Literaturkritik ausgezeichnet.
00:03:15: Letztes Jahr stelten sie sich auch als Zeichnerin vor, seit dem Jahr-Zweißen-Zweiundzwanzig sind Sie im Ruhe stand und leben als freischaffende Künstlerin in Grundstadt.
00:03:27: Nun
00:03:28: beginnen wir unser Gespräch gleich mit Grundstadt würde ich vorschlagen.
00:03:33: Sie sind wie gesagt auch in Grundstatt geboren, leben auch heute da und haben ihr Berufsleben auch da verbracht und sind mehrsprachig aufgewachsen was sich Genre übergreifen, auch in ihrem literarischen Schaffen widerspiegelt.
00:03:48: Was bedeutet für sie diese Mehrsprachigkeit in der literarischem Praxis?
00:03:54: Naja, ich muss zugeben dass ich sehr spät den Mut aufgebracht habe mich literarisch zu meiner Meersprachigkeit zu bekennen bzw.
00:04:04: die Mehrsprachigkeit einzusetzen.
00:04:07: weil ich ursprünglich ja sich zu schreiben begonnen hab stand ich eigentlich vor der Option welche Sprache mir als zukünftige Autorin mehr bieten könnte.
00:04:21: Ich habe in meiner Studienzeit tatsächlich in drei unterschiedlichen Sprachen, unterschiedliche Texte verfasst.
00:04:31: Dabei handelte es sich um Englisch, Deutsch und Rumänisch.
00:04:37: Am liebsten hätte ich in meiner Jugend Englische geschrieben.
00:04:43: den Versuch immer auf eine Roman zu schreiben in englischer Sprache, wahrscheinlich auch unter dem sehr starken Einfluss meines Anglistikstudiums und meiner ganz besonderen Affinität zur Literatur von James Joyce.
00:05:03: Ich
00:05:04: kam
00:05:04: dann ziemlich bald zu dem Schluss, dass ich im kommunistischen Rumänien keine Chancen hatte einen Text in englischer Sprache irgendwo auf dieser Welt veröffentlicht zu bekommen und habe dann das Englische sozusagen als meine Adoptivsprache mehr oder weniger Radakta gelebt.
00:05:28: Ich finde es sehr interessant, dass Sie sagen, dass sie auf Englisch angefangen haben zu schreiben.
00:05:32: Weil ich hätte vermutet, dass die auf Rumänisch angefingen haben zu schreiben, weil sich das eigentlich von Belieu her, wenn man im Bucharest Studentin ist auch angeboten hätte.
00:05:43: Also rumänisch kam da gar nicht in Frage?
00:05:46: Nein also in der Bucharester Zeit war das rumänische zwar präsent für mich als Ja, sagen wir so teilweise akademische Sprache.
00:06:00: Es gibt Tagebuchnotate die ich auf Rumänisch gemacht habe aber der Hauptteil meiner Notizen ganz egal ob das jetzt Lyrik oder Tagebuchnotizen gewesen sind sind entweder Englisch oder Deutsch.
00:06:16: ursprünglich also als Schülerin hab ich tatsächlich Deutsch geschrieben.
00:06:23: Dann kam das Englische dazu und versuchte tatsächlich Deutsch zu verdrängen.
00:06:30: Und bis heute habe ich die Gewohnheit beibehalten hin- und wieder englische Titel, bei Gedichten zu verwenden oder das eine oder andere englischen Wort einzustreuen.
00:06:44: um zur Mehrsprachigkeit zurückzukommen.
00:06:47: Ich stammte aus einer tatsächlich dreisprachigen Familie, ich habe als Kind gleichzeitig deutsche Rumänische und Ungarisch sprechen gelernt.
00:06:57: Ich könnte jetzt mit Ihnen auch ohne weiteres Ungarish sprechen wenn Sie das wollten.
00:07:04: Das werden wir jetzt nicht versuchen können, wie wir natürlich sind.
00:07:09: Als Dichtersprache habe ich mich dann im Endeffekt für das Deutsche entschieden weil Ende der Siebziger Anfang der Achtziger Jahre hatte ich auf die rumänischen Gedichte, die ich zeitgleich mit deutschen Gedichten an rumänische Fachzeitschriften eingesendet hatte, überhaupt kein Feedback erhalten.
00:07:34: Während die neue Literaturredaktion ziemlich prommt auf meine Einsendungen reagiert hat und mich ermutigt hat Texte einzusenden.
00:07:48: Meine Ausdrucksmöglichkeiten sind im Deutschen
00:07:52: am
00:07:53: besten auch für mich als Schreibende.
00:07:58: Ich habe mich dann sozusagen in der deutschen Sprache beheimaten können und habe erst spät in meiner Karriere entdeckt, dass man ohne weiteres die anderen Sprachen mitnehmen kann in so einer deutschen Textkorpus.
00:08:24: äußerst interessant und spannend auch im Hinblick auf die Leserschaft.
00:08:30: Natürlich muss ich rücksicht nehmen, dass zum Beispiel in deutschsprachigen Raum wenige Leserinnen und Leser ungarisch verstehen oder rumänisch und dann verwende ich entweder Fussnoten als Erklärungen.
00:08:48: Ich baue die Erklärung dann in den Folgen der Texte ein.
00:08:54: Was mich auch motiviert hat zu diesen Spracheigenheiten des sieben bürgischen Sprachraums, mich hinzuwenden und sagen wir so vorbehaltlos einzusetzen war auf zum Beispiel das was Joachim Wittstock in seinen letzten Romanen gemacht hat, dass er ganz bewusst meine ich diese spezifische Redeweise der sieben Bürger wiedergegeben hat.
00:09:31: Und das hat mir dann auch diesen Rückhalt gegeben und gesagt okay das ist richtig so und man sollte sich jetzt nicht davon beeinflussen lassen, dass vielleicht die meisten Leser So eine Art juristisch-deutsche Sprache erwarten.
00:09:52: Und wann haben Sie das Theater entdeckt?
00:09:55: Das hatte ich am Anfang meiner Lehrerkarriere in Philippes de Turk entdeckt, also ich habe immer schon Schultheater betrieben mit diversen Schülergruppen die ich geleitet hab, wie gesagt an der Rumänischen Dorfschule ebenso wie an der Rondero Schule.
00:10:15: Aber für mich persönlich habe ich dann das Theater erst entdeckt, als ich gemerkt hab, dass es viel interessanter ist eine Lesung ein bisschen abwechslungsreicher zu gestalten.
00:10:30: Mal mit musikalischer Untermalung mal im Tandem mit jemand anderem lesen und mit der Zeit verstanden, dass eigentlich jede Art des Textes die Möglichkeit einer performativen Mitteilung enthält.
00:10:57: So bin ich zum Theater gekommen.
00:10:59: Ich bin in Sachen Theater eine Autodidaktin.
00:11:03: Ich habe das nicht wirklich bewirkt.
00:11:07: Ich hab mich dann intensiver damit beschäftigt auch an der Universität.
00:11:13: Dort habe ich dann auch mit Studierenden gearbeitet.
00:11:18: Ich habe das Theater als Unterrichtsmittel eingesetzt, weil ich immer mehr merken musste dass die Sprachkompetenzen unserer Studierende nicht mehr ausreichen um selbstständig eine Text von A bis Z zu lesen und entsprechend zu rezipieren mitgebracht haben.
00:11:42: und dann habe ich versucht ihnen über diese performative Schiene einen, also nicht nur geistigen sondern auch einen körperlichen Zugang zum Text zu vermitteln.
00:11:56: Und ja das hat zum Teil ganz gut geklappt.
00:12:01: natürlich gab es immer wieder Rückfälle aber Damit muss man ihn pädagogisch nie mehr rechnen.
00:12:08: Sie hatten auch Gruppen, die jahrelang dann auch bestanden.
00:12:11: also das heißt sie haben schon erfolge damit gefeiert in diesem pädagogischen Kontext und es würde mich auch sehr interessieren.
00:12:19: Sie haben sicherlich den einen oder den anderen oder der eine und andere Studentin dann auch lagenfristig zum Theater gebracht?
00:12:26: Oder würde ich mir das so vorstellen?
00:12:29: Ja, ja das stimmt.
00:12:30: Also einer meiner ersten Schultheater-Spieler ist seit langer Zeit Schauspieler und erfolgreicher Schausspieler am jüdischen Theater in Bucharest mit Shadragoman.
00:12:46: Ich habe ihn dann ein wenig gecoached für seine Aufnahmeprüfung in Temespar an die Schauspielschule.
00:12:53: Daran erinnere ich mich noch sehr genau, er kam dann ein paar Mal zu mir nach Hause und wir haben uns da so eine kleine Geschichte einfallen lassen für seine Aufnahmeprüfung und die hat er auch bravurös bestanden.
00:13:07: Er hat dann in Temeswar studiert, und hat auch ein paar Jahre am Temesware-Deutschen Staatstheater gespielt und ist irgendwann nach Bucharest zum jüdischen Theater.
00:13:19: Wie haben Sie die Stücke für diese Gruppen dann geschrieben?
00:13:23: Haben sie mit den Studierenden zusammengearbeitet oder wie lief die Arbeit ab?
00:13:30: Die meisten Stücke, die ich mit der Studie inszeniert habe waren Adaptionen ausgehend von literarischen Texten.
00:13:39: Zum Beispiel habe ich eine Leons- und Lena-Adaption unter dem Titel Lena und Lena inszenieren.
00:13:49: absolute Kurzfassung, das Stückes reduziert auf eine choreografische Geschichte.
00:13:56: So eine Art Liebesbeziehung zwischen den zwei Mädels während Leons und Lena an sich als zwei Groteske von uns gebastelten, was sagen wir so Marionettenpuppen?
00:14:12: auf der Bühne sitzen und dann am Schluss sozusagen als das Brautpaar zelebriert werden.
00:14:21: Und habe dann versucht eben die Bewegung, die Choreografie mit dem Text zu einem akzeptablen Ganzen zusammenzustellen.
00:14:33: Kommen wir nun zum bei uns veröffentlichten Entsorgtheater des ICHS.
00:14:37: Eine Carpadesca zum Persona mit Livemusik und Videokollagen One-Man Performance.
00:14:43: Und das Stück haben Sie schon bei unterschiedlichen Anlässen auch in Rumänien aufgeführt, und im Stück spielt Musik wie sie bereits erwähnt haben in ihren Stücken auch in den anderen eine sehr zentrale Rolle.
00:14:58: Man könnte auch sagen es ist eigentlich eine Kooperation mit dem Duo Christiane.
00:15:04: Und wie arbeiten Sie mit diesen Musikern zusammen?
00:15:11: Ja, also mit Duo Christian verbindet mich auch wiederum eine Lehrer-Erfahrung.
00:15:18: Paul Christian war vor dreißig Jahren mein Schüler und er war damals schon in meiner letzten Theatergruppe obwohl er nicht unbedingt ein ausgesprochen teatralisches Talent hat, aber genau das hat mich immer gereizt auch mit Leuten Theater zu machen die kein teatratliches Talent haben und ihnen zu zeigen dass sie eigentlich auf der Bühne ganz anders agieren können.
00:15:50: Und im Grunde alles machen können was man auf der bühne machen sollte.
00:15:56: Paul hat ja Musik studiert, er ist Organist und Pianist.
00:16:00: Und wir kennen uns also schon seit Ewigkeiten.
00:16:05: Was mir an diesem Duo gefällt, Elena und Paul sind ein Ehepaar.
00:16:11: Sie spielt die Violine.
00:16:15: Sie haben ein ganz besonderes Gespür für das was ich auf der Bühne machen möchte Verstehen auf Anhieb, welche Art von Musik ich dafür brauche.
00:16:28: Und wir haben inzwischen schon drei oder vier solche Kooperationen gehabt, wo ich auch vielleicht nur eine ganz einfache Lesung mache und dazu sekundiert werde von Musik.
00:16:45: Und bei diesem Stück entsorgt – ja, dreieinhalb oder vier Jahre konzipiert.
00:16:54: Ich glaube, es sind gut vier Jahre, dass ich das Idee im Kopf hatte.
00:17:00: Ich wollte unbedingt auch einmal allein auf die Bühne gehen ohne Partner und einfach aus mir heraus etwas performen sozusagen.
00:17:14: Und da ich damals tatsächlich vor der Verwendungsstand und ein Dosier zusammenstellen musste.
00:17:23: Wieder einmal habe ich mich immer vorgestellt, mein Gott wenn es dann einmal so weit sein sollte dass wir sterben müssen wir wohl auch ein dosier zusammen stellen damit wir da hinüber können.
00:17:35: also ich hatte so ganz unterschiedliche Gedanken und Vorstellungen im Kopf und dachte ich okay das ist eine gute Gelegenheit damit auf die Bühne zu gehen und wer kann mir die passende Musik liefern?
00:17:54: Ja, du Christian.
00:17:55: Ich habe zwei Varianten gehabt der Inszenierung, die eine mit ihnen auf der Bühnen tatsächlich und die andere Variante mit einem aufgezeichneten Soundtrack weil ich immer damit auch rechnen musste dass unsere Kalender, unsere Termin Paläntin ist immer übereinstimmen.
00:18:19: und die Premiere in Reschitzer habe ich dann tatsächlich allein gemacht, mit ihnen als ...
00:18:29: Ich habe eine Version gesehen, wo sie dabei waren.
00:18:32: Das fand ich sehr schön.
00:18:34: Das hat sich auch sehr schön ergänzt.
00:18:35: Deswegen wollte ich damit beginnen wie die Zusammenarbeit lief.
00:18:39: aber das geht dann doch auf ihr Theater machen sozusagen an der Uni zurück.
00:18:44: Das Stück beschreibt wie Sie gesagt haben... ...ich würde sagen dass Drama eines ichs das ein dossier zusammenstellt aussortiert und dass auf einer aussichtslosen Suche ist, nach sich selbst würde ich sagen oder wie es selbst formuliert.
00:19:00: Schluss mit dem Theater heraus aus den Rollen hinein ins Leben.
00:19:05: dabei braucht es gerade das Theater um das Leben um sich irgendwie ertragen zu können, würde ich mal wagen zu sagen was er hofft sich eigentlich dieses Ich des Stücks vom Leben jetzt mal ganz groß gefragt?
00:19:18: Naja, im Stück selber ist ja die Figur an einem Scheidepunkt.
00:19:27: Sie muss alles aufräumen, sie muss sortieren, sie müssen entsorgen und entscheiden was sie behält oder nicht und womit sie eher punkten kann denn irgendwo geht es auch darum in diesem dossier.
00:19:45: Sie wissen das ja auch aus ihrer akademischen Tätigkeit damit etwas Durchkommt, muss es möglich viele Punkte formulieren.
00:19:56: Das ist jetzt so das Dilemma.
00:19:57: Hab ich genug Punkte?
00:19:59: Kann ich das Dosier erfolgreich einreichen oder reicht es nicht wirklich am Ende entsorgt?
00:20:08: Meine Stücke ändern immer so ein bisschen wie die Rumäne sagen in Taueperch also von der Peste.
00:20:20: Das Ende bleibt immer offen.
00:20:22: Und sehr viele meiner Leser sind unzufrieden damit und fragen dann, ja aber dann hättest du noch weiter etwas sagen können, dann hattest Du noch weiterschreiben können.
00:20:33: warum lässt Du diese Enden immer so offen?
00:20:37: In diesem Fall ist das Ende nicht ganz so offen denn der Stück endet ja damit dass sie die Figur da wieder in ihre Kühle kriegt sich selbst entsorgt und man kann das wie immer interpretieren.
00:21:00: Es ist ein letaler Schluss, der letale Moment oder sie macht sich vom Acker.
00:21:08: Ja, ich finde das kann man unterschiedlich auslegen.
00:21:10: Dazu kommen wir auch gleich noch wie sie sich entsorgt weil sie entsorgt sich nicht irgendwie sondern auf eine sehr spezielle Art und Weise.
00:21:17: dazu kommen wir vielleicht noch.
00:21:18: aber ich würde gerne noch ein bisschen bei diesem Gefühl bleiben dass Sie auch beschrieben haben da ist das Tossier.
00:21:24: das muss man jetzt aussortieren Das ist ja auch ein Arthinventar.
00:21:28: was macht man jetzt weiter?
00:21:30: Und wie schaut es aus?
00:21:31: Und sie gerät dabei.
00:21:33: Es ist eine Siete das kann ich sagen also dieses Ich Gerät dabei in einem Zeitprei, so wie es sagt.
00:21:40: Und ich fand dieses Bild vom Zeitpreis sehr passend auch zu unserer aktuellen Gegenwart und sie steckt aber in diesem Zeitbrei dann auch fest und kann da auch nicht raus.
00:21:54: und dadurch dass wir das Ende besprechen werden haben oder sich schon voraus gesagt haben ist es klar Sie kommt da nicht raus.
00:22:03: Gibt es eine Chance, dass ich von sich aus aus diesem Zeitbrei selbst rausreißen kann?
00:22:11: und woran scheitert das dann?
00:22:14: Naja also rein aus der Alltagspraxis heraus.
00:22:19: Sollte es natürlich eine Möglichkeit geben, aus dem Zeitbereich auszusteigen in dem Sinne, dass man erkennt ja jetzt ist ein Moment wo ich mich neu orientieren, neu definieren muss und das auch kann.
00:22:35: Und ich schlage eine neue Richtung ein, ich wähle einen neuen Weg oder was auch immer.
00:22:42: Ich versuche mich neu zu definieren.
00:22:47: die Idee mit diesem zeitbrei kam mir eigentlich jetzt mir bewusst geworden dass ich ja schon während der pandemie an dieses stück im kopf hatte unter anderem auch auf die Situation des Lockdowns und der damaligen Quarantäne, zwanzig-zwanzig und danach an.
00:23:14: Ich erwähne das auch in einem der Monologe von das zum Ausdruck.
00:23:20: Es ist jetzt schon wirklich so lange her eigentlich aber damals hatte ich wirklich diesen körperlichen Eindruck dass man feststeckt.
00:23:32: Ich bin von saugenäpfern angezogen.
00:23:37: Man macht jeden Tag eigentlich dasselbe, mehr oder weniger Rituelle und insofern müsste es so einen Moment geben wo man sich davon freimacht.
00:23:50: Das Stück ist für mich auch privat symptomatisch geworden denn es hat sich wirklich In dem Jahr, wo ich das Stück da noch uraufgeführt habe, zwanzig-zweiundzwanzig, hab' ich eine tiefgreifende persönliche private Erfahrung gemacht und ich hab' tatsächlich mein Leben seither komplett auf den Kopf stellen können.
00:24:20: Und ich hab diese Phase des Aufräumens behalten und es wegwerfen, in den letzten anderthalb Jahren wiederholt gemacht.
00:24:37: Insofern bestätige ich die Möglichkeit aus dem Zeitbereich aussteigen zu können?
00:24:45: Dann schlage ich jetzt vor dass wir auch atmosphärisch in das Stück ein bisschen eintauchen und wie besprochen sie das ausgewählte Fragment dann vorlesen.
00:24:54: Ja, ich lese ja den dritten Monolog.
00:24:57: Ich habe da ein bisschen was gekürzt daran damit es nicht so langatmisch wird und es geht also hier darum dass sie weiter darüber siniert was dieses dossier ihr alles antut.
00:25:22: Man hört das endlich auf für alles und jedes Verlange sie einen Nachweis belege, unterschriften Erklärungen, Akkreditierungen angeblich unglaubwürdig zu sein.
00:25:37: Also ob ich nicht wusste wovon ich spreche wenn ich sage dass ich dies und das dann unternommen in die Wege geleitet durchgeführt und vollbracht habe.
00:25:49: Wirklich für jeden Furtz, den man gelassen hat braucht man eine Genehmigung und danach den Beleg das man ihn tatsächlich gelassen hatte.
00:26:03: Ah ja, mir reicht es wirklich!
00:26:05: Du kannst es mir glauben gute Frau, mir erreicht es!
00:26:10: Mir fehlt die Geduld für diesen ganzen Blödsinn!
00:26:15: Scheiß auf das Dossier!
00:26:17: Ich laufe mir die Füße ab Die Haken.
00:26:21: Natürlich, natürlich aus gesundheitlichen Gründen!
00:26:27: Ich habe mir eine Schrittzähler- und Aktivitätenträger zugelegt.
00:26:34: Der zählt gewissenhaft jeden Schritt, jeden Schritt auf den, den ich nicht getan habe vor allem den.
00:26:43: Kalorien Minuten Stunden Entfernungen alles Alles akribisch in Gesundheit umgesetzt.
00:26:54: In Wohlschläge, Herzrhythmen, Blutdruck... ...in Hitness!
00:27:01: In Unsterblichkeit!
00:27:04: Ja ja, man lebt ewig wenn man täglich Zehntausend Schritte um mir tut.
00:27:13: An Apple a day keeps the doctor away his es früher.
00:27:17: Heute sagt man, ten thousand steps keep death away.
00:27:26: Der war ein ewiger Jugend!
00:27:30: Er hat auch mich fest im Griff... Na ja sonst wäre ich ja schon zu Lebzeiten tot nicht wahr?
00:27:38: TOT ZU LEBZEITEN.
00:27:41: Ein guter Romantitel.
00:27:44: Ich sollte mir das überlegen statt meines Dosiers für meine Roman.
00:27:51: Oder besser, warum nicht lebendig zu Todzeiten?
00:28:00: Darüber hat man, hat Frau geschrieben die Adoud zum Beispiel oder die Shafak.
00:28:07: Ja Männer sehen das anders.
00:28:11: Männer sind stark sie leben im Leben nicht im Tod.
00:28:17: Ist der Tod zu stark, bist du zu schwach?
00:28:22: Die ungezählten Schritte zählen.
00:28:25: Die virtuellen, die erdachten, ergichteten... ...die Schritte im Kopf während des Lockdowns der Quarantäne.
00:28:37: Dafür habe ich die besten Qualifikationen als Einzelkind und kommunistische Greise in sowieso Baba-Kommunisten.
00:28:49: Was wird sie so Idagesch gemacht haben?
00:29:02: Miert, fragst du.
00:29:04: Miert wollte er Idagesche!
00:29:07: Vielleicht ist es der Tod, der sich nervös macht oder eher das Leben zum Tod.
00:29:16: Bist du nicht auch mal nervös?
00:29:19: Aus heiterem Himmel bin ich es.
00:29:22: Verliere die Geduld, liege alle Zustände.
00:29:26: wenn ich mich zum Beispiel morgens
00:29:29: im
00:29:29: Spiegel sehe!
00:29:31: Mein Körper der an manchen Stellen abgemagert ist und ihnen das nicht hätte tun sollen Und an anderen Stellen nimmt er zu an denen er es nicht hätte tun sollen.
00:29:47: Ich bin nicht mehr Herr meines Körpers, das sehe ich im Spiegel.
00:29:51: Viel Eher ist mein Körper Herr über mich.
00:29:55: Er diktiert, regiert und hat das letzte Wort!
00:29:59: Und ich?
00:30:01: Was isst jetzt mit
00:30:02: mir?!
00:30:03: Ich habe... ...ich habe eine Blockade.
00:30:07: Keine Schreibblockade wie du glauben könntest.
00:30:11: Nein nein!
00:30:12: Eine Kochlokade.
00:30:16: Nicht zu glauben!
00:30:18: Autorin und Theatermacherin leidet unter Kochlokoade.
00:30:25: Ach, mir fällt nichts mehr ein.
00:30:29: Schorbete Perichore oder solltet besser Kuh-Perichore auf Deutsch was?
00:30:38: Birnchen oder Herrchen heißen Tomatensuppe,
00:30:45: Kürbissuppe.
00:30:46: Spargel!
00:30:48: Alles schon mal da gewesen.
00:30:50: Aufgebraut, verkocht, gegessen, verdaut für ewig seelig gesprochen für immer rund drei Tage entsorgt.
00:31:02: Nicht übrig von Lachsfilet auf dem Spinatbett Von Pasta al Forno oder Alpesto und vorgeformten Bürgern.
00:31:15: Ich hätte nie, nie ernsthaft geglaubt, dass ich mal kochen würde.
00:31:21: Bekocht wollte ich werden!
00:31:24: Aber dann kommt alles wie es kommen muss und das Bekochwerden nimmt ein jehes Ende.
00:31:31: Andere haben eine Schreibblockade die sitzen stundenlang vor dem weißen Papier oder im leeren Bildschirm Halten krampfhaft das Handy fest, rauchen eine Zigarette nach der anderen, hoffen auf Eingebung und Erleuchtung.
00:31:52: Auf Inspiration ergeben sich dem Suf lassen sich Bärte wachsen bis irgendwann, irgendwann der Knoten platzt mit einem lauten Blub!
00:32:10: und alles hervorsprudelt.
00:32:14: Oh ja, dann kehren sie ihr innerstes nach außen, lassen ihre Genitalien tanzen, ihre Sekrete fließen, gebären einen Text nach dem anderen.
00:32:27: Alles eine Sache der Psychosomatik und der Physis!
00:32:33: Hemmungslos, rücksichtslos.
00:32:37: Alles loswerden!
00:32:39: Sich alles aus den Innereien schaffen aufräumen entsorgen.
00:32:45: Die Blockade hat sich gelohnt Siehst du?
00:32:49: So macht man das.
00:32:52: Aber meine Kochblockade Das ist etwas ganz anderes, dazu fehlt mir wieder die Geduld und vor allem die Konzentration.
00:33:04: Das Schäumen der Suppe ist eine anstrengende, eine anspruchsvolle Angelegenheit.
00:33:14: Ein einziger Augenblick der Unachtsamkeit, der Ablenkung und alles!
00:33:21: Alles ist ruiniert.
00:33:24: Die Suppe bleibt trüb, sie kann nicht aufklaren.
00:33:29: Du hast die schlicht und einfach verkackt nur weil du wieder einmal nicht aufgepasst hast.
00:33:37: Wieder einmal keine Geduld hattest den letzten Schaum rechtzeitig
00:33:45: abzuheben.".
00:33:47: Und dann wäre noch... Nnnoja!
00:33:51: Ich geniere mich ein wenig, es zu sagen.
00:33:55: Diese andere Blockade, die sich da in den Niederungen des Körpers, in seinen Meanderen, in den Därmen breit macht und sich staut diese vegetative Verklemmung.
00:34:16: Und viel mehr, auch psychosomatisch könnte man sagen.
00:34:24: Alles zu voll verhärtet bis zum Geht nicht mehr und doch geht immer noch etwas mehr bis zum kommt nicht mehr heraus.
00:34:37: diese ultimative Darmblockade da hilft auch das singen nicht mehr Und auch nicht Sr.
00:34:46: Abbate, Sr.
00:34:48: Abade!
00:34:50: Yo sono, yo sono, yosono amalato.
00:34:58: und keine Deadline kein dossier hilft mir.
00:35:04: Mir fehlt einfach die Kraft Inspiration.
00:35:09: das ist es Die Inspiration, wenn du es wirklich wissen willst, der innere Antrieb zum Kreieren, zum Sochen.
00:35:22: Öff alla Josefin, alla Patula – ein Labsal für die Leber Im leeren Wald.
00:35:35: hinterlassen sollen meine Spuren.
00:35:39: Sie überlagen sich Tag für Tag aufs Neue, beten tiefer sich im Schnee und führen immer in die falsche Richtung.
00:35:56: Später bereite ich das Essen in der Küche und drüben auf den Friedhof wird jemand
00:36:12: Viel lang für diesen Einblick, der sehr lyrisch geprägt ist.
00:36:17: Nicht nur wegen des lyrischen Ausklangs.
00:36:20: Der natürlich auch den Hinweise erfordert dass auch weitere Gedichte ins Stück eingebaut sind wie wir gehört haben.
00:36:28: Das ganze Stück ist mehr ein Stream of Consciousness, würde ich sagen.
00:36:33: Und das steht eigentlich im Einklang mit dem was Sie am Anfang gesagt haben dass sie ja mit James Joyce sich verwandt fühlten sozusagen literarisch.
00:36:41: also man könnte auch sagen naja es geht in dieselbe Richtung deutschen richtung und dieses stream of consciousness ändert wie wir gesagt haben wie Sie schon vorher gesagt haben in einer Mumifizierung dass ich mobilisiert sich dann und sie mobiliziert sich eigentlich in ihrer Sprache, so wie ich das verstehe.
00:37:05: Und da stellt es für mich jetzt die Frage, weil Sie vorher gesagt haben ja, man kann's auch als Scheitern auslegen einerseits, andererseits... Ich könnte es auch anders lesen, nämlich sie zieht sich in ihre Sprache zurück, sie ziehlt sich in ihr Welt zurück was ja auch eine Rettung sein kann.
00:37:25: Also ist dieser Rückzug unbedingt, weil das so vorher im Gespräch so klang.
00:37:30: Ist dieser Rückzug in die Sprache auch wenn es einen Mummifizieren bedeutet auf Dauer oder nur temporär?
00:37:37: Ist das wirklich auch ein Scheiter?
00:37:41: muss er sein?
00:37:42: Es kommt sicherlich auf die Perspektive an.
00:37:44: für mich als Autorin ist das kein Scheiter wenn ich mich in meine eigene oder in irgendeine Sprache zurückziehen kann.
00:37:54: Dass die Sprache ist das Kunstmedium des Literaten, nicht nur des Literatens.
00:38:01: möglicherweise alle Künstler.
00:38:04: auch wenn sie Musiker sehen und Musik machen kommen sie nicht um die Sprachen herum.
00:38:09: So gesehen also für den Kunstschaffenden ist das sicher kein Scheiter.
00:38:15: Die Frage Wie sieht das der Leser oder der Hörer, oder der Zuschauer.
00:38:22: an welchen Maßstäben wird da gemessen?
00:38:26: Mit welchen Massstäbens wird das gewertet.
00:38:31: Wenn man das sagen will jetzt mit der Realität, dem Leben und dem Alltag in Beziehung bringen will, fürchte ich dass man das als ein Scheitern interpretiert.
00:38:44: Es ist auf jeden Fall eine Perspektivensache und diese Themen, Rückzug, Alter, Einsamkeit, Erinnerung.
00:38:52: Wir haben ja auch familiäre Erinnerungen des Ist gehört oder Tod sind auch Themen die sie auch lyrisch beschäftigen.
00:39:00: wir haben mehrfach jetzt auch gesagt Sie sind als Jürgerin debuttiert.
00:39:04: wovon hängt das eigentlich ab welcher Gattung sie sich gerade zuwenden?
00:39:08: Ist es eine Stimmungssache?
00:39:10: Ja sicherlich auch eine Stimmungssache.
00:39:13: Also ich habe sehr viele Jahre überhaupt keine Gedichte geschrieben, also in dem Moment wo ich mich intensiv der Prosa zugewendet habe was mir gar nicht so leicht gefallen ist ursprünglich.
00:39:31: Ich dachte als junge Autorin ja man muss unbedingt einen Roman schreiben und haben dann festgestellt, dass ich das gar nicht kann.
00:39:41: Und ich habe das viele Jahre nicht gekonnt und habe mich viele Jahre mit Kurzbrosa beschäftigt, da pürzere oder längere Erzähltexte geschrieben, dann auch zum Teil veröffentlicht.
00:39:56: Ich habe erst im Jahr zwei, drei oder vier ernsthaft begonnen an einem Roman zu schreiben.
00:40:05: Es hat gut zehn Jahre gedauert, bis ich den Roman beendet habe.
00:40:13: Und dann nochmal zwei Jahre, bis er erschienen ist.
00:40:17: Also Padula lacht, die ist im Passauer Schienen nach einer sehr langen Arbeitszeit.
00:40:26: Das hat damit zu tun gehabt damals dass meinen Job hatte, dass ich in der Zeit auch Lehrstuhlinhaberin gewesen bin.
00:40:37: Also ich habe eigentlich ganz wenig Zeit für meine Literatur gehabt und sehr sprunghaft und sporadisch zu schreiben können.
00:40:48: an dieser Sprunghaftigkeit hat sich mittlerweile nichts geändert obwohl ich jetzt sehr viel mehr Zeit hätte.
00:40:56: aber ich wäre so strukturiert also auf einen Satz, oder wie soll ich das formulieren?
00:41:04: Auf einem Schlag kann ich einen Text schreiben und dann bin ich komplett ausgelaut.
00:41:12: Und kann Tage- und Wochenlang nichts zu Papier bringen.
00:41:20: Ich habe mich inzwischen damit arrangiert.
00:41:25: und habe mich abgefunden mit dem Gedanken, dass ich nicht zu den Autorinnen und Autoren gehöre die jeden Tag wenigstens zwei Stunden an ihrem Schreibtisch sitzen und tatsächlich was schreiben.
00:41:39: Die Dichte habe ich wiederzuschreiben begonnen eben unter dem Einfluss sehr intensiver Emotionen, die ich empfunden hab und empfinde in der Gegenfahrt dazu motivieren, sie in Gedichten zusammenzufassen.
00:41:59: Nicht nur oder nicht auch in großer Texten obwohl es mittlerweile eine Zusammenstellung von Erzählungen gibt.
00:42:09: die wird im Laufe dieses Frühjahrs in Deutschland auch erscheinen als neuen Erzählband Und somit verlaufe ich jetzt in meiner literarischen Fetigkeit zwei Spurig.
00:42:27: Ich würde jetzt aber vorschlagen, dass wir ganz kurz noch zu Lyrik zurückkommen weil sie über die Gegenwart, über ihre lyrische Gegenwart gesprochen haben und das sehe ich dann auch ein neues Gedicht vorlesen.
00:42:38: Kein Gedicht, ein Gedicht.
00:42:40: damit wird jetzt auch einen Einblick in die aktuelle Währstatt bekommt.
00:42:44: Ja also der Titel lautet im klammern K Eingedicht kein, eingedicht.
00:42:51: wie auch immer.
00:42:52: Ich trinke Tee.
00:42:54: Er schmeckt nach Fenchel, Anis und Kümmel und nach etwas anderem das ich nicht erinnern kann.
00:43:04: Es muss vor Jahren die Erdschollen während eines Geburtstages auf nassem Holz aufgeschlagen Und darauf zerschlagen und zerbröselt sein und kommt wenige Tage vor heilig Abend wie ein Schämen aus dem Nebelwald hervor, klopft aus der Ferne eines Inneren an und bequert ein zages Leuchten.
00:43:31: Ich trinke Tee!
00:43:33: Er schmeckt nach Fenchel, Anis und Kümmel und nach verlorenen
00:43:40: Gedichtzeilen.".
00:43:42: Dankeschön.
00:43:44: Wenn wir über die aktuelle Lyrik sprechen, würde ich auch gerne wie Sie haben über den Erzählband gesprochen.
00:43:51: Und da bleibt... Da haben wir jetzt in Bezug auf die Gegenwart über das Theater nicht gesprochen.
00:43:57: Sind Sie auch im Theater noch unterwegs?
00:43:59: Also im Performance Bereich?
00:44:02: Naja, wir haben im letzten vorletzten Jahr also ... Mozart Buchiano-Programm gewahrt mit dem Duo Christian.
00:44:19: Das heißt, ich habe eine Textauswahl getroffen Gedichte der Gegenwart in denen irgendwie Mozart mitgewirkt hat also Anspielungen auf manche Konzerte bei denen ich gewesen bin und so weiter.
00:44:41: Also Mozart ist eine rote Linie gewesen in diesen Texten mit leicht erotischen Konnotationen, also nicht Mozart gegenüber sondern einer anderen Person gegenüber mit Kompositionen von Mozart.
00:45:00: Die Musiker haben da Sonaten aus der Frühzeit Mozart ausgesucht auch wieder eine musikalisch-literarische Performance entwickelt, mit der wir in Kronstadt, in Mediasch und so noch irgendwo aufgetreten sind.
00:45:21: Und der Plan wäre für dieses Jahr ein Programm mit, ich denke zum Beispiel an Fritz Kreisler Kompositionen entweder mit neuerer Prosa von mir oder Aber wie sich das da konkret gestaltet, weiß ich nie voraus.
00:45:44: Also diese Programme mit den Musikern gestalte ich oft in Abhängigkeit von Spielbord also von der Bühne, in Abhänigkeit vom Publikum und abhängig von meiner momentanen Disposition Text und Performance mit der Musik zusammenwirken können.
00:46:15: In dem Moment, also für mich ist das Interessante an dieser Art von Performance eben das momentane, das augenblickliche und was mir das ganze Ambiente suggeriert.
00:46:32: Und weil wir jetzt viel über Musik gesprochen haben, habe ich ja eigentlich zum Ausklang – das habe ich im Voraus auch vermutet – dann noch ein Gedicht aus Ihnen ausgewählt, die Sie mir geschickt haben, dass es sehr gut zum Thema passt.
00:46:45: Auch mein Mozart hervorkommt.
00:46:47: also ich schlage fort bis wir jetzt noch das letzte Gedicht uns anhören.
00:46:52: Also das Gedicht ist meiner Frau geflogen.
00:46:58: Mozart begegnet Beethoven, eine Reminiszenz.
00:47:03: Ich war schon lange nicht mehr im Konzert, weder allein noch zusammen mit dir und mir scheint das heute mir völlig fremde Menschen in den Saal strömen.
00:47:16: Sie kommen grübchenweise, brechen halblaut miteinander indem sie mit den Händen gestikulieren einander auf die Kultaklopfen lachen, so tun als verstünden sie wirklich etwas von Musik.
00:47:34: Dann erkenne ich einen Mann.
00:47:36: Er kam schon in den Neunzehntundachzigern selten in Begleitung ins Konzert und er gefiel mir, ob schon er sehr viel älter war als ich.
00:47:50: Vielleicht könnten wir in der Konzertpause miteinander ins Gespräch kommen.
00:47:55: Damals durfte man ihm vor jedes Theaters noch rauchen und ich rauchte!
00:48:01: Ich rauchde gerne BT oder chinesische Doublehors, und später die rumänischen Filterlosen.
00:48:10: Während ich rauchtete malte ich mir Gespräche aus und was sich daraus entwickelt haben
00:48:17: könnte.".
00:48:18: eine Liebschaft vielleicht, oder mehr.
00:48:22: Es entwickelte sich im Grunde nichts und ich gab das Rauchen auf nach der Wende als man immer noch in den Foyés rauchendurfte.
00:48:32: Ich erzähle dir das alles just bevor das Orchester rauf.
00:48:36: die Bühne kommt.
00:48:38: Zuerst die Geigerinnen von links.
00:48:41: sie sind alle sehr viel jünger als die Geijgerinnen der.
00:48:48: Dann die Gelisten von rechts und schließlich die Bläser.
00:48:53: Es sind heute nur wenige da, Mozart hat sie ausgespart Und ganz zum Schluss betritt die Primgeigerin die Bühne.
00:49:04: Sie fühlt heute eine Lücke sagst du worüber ich lachen muss.
00:49:11: Mozart begegnet heute Abend Beethoven.
00:49:14: Das freut dich ganz besonders, während der Dirigent eher etwas unzufrieden dem Orchester vorsteht.
00:49:22: Ein bemerkenswertes Stelldich einsagst du, worüber ich wieder lachen muss und damit ich nicht vom Stuhl falle greife ich nach deiner Hand.
00:49:34: Sie ist noch kühl, denn Du hast keine Handschuhe dabei Und Ende November Lied etwas Winter in der Luft.
00:49:45: Es riecht nach Schnee, sage ich, es riech nach Zigarettenrauch, sagst du?
00:49:54: Vielen Dank und ich glaube das ist der schönste Ausklang für unser Gespräch!
00:50:00: Ich danke ganz herzlich nochmals für Ihre Zeit und ich hoffe wir haben Lust auf mehr gemacht.
00:50:06: und Lust auf Mehrstream of Consciousness kann man dann im Spiegelungenheft auch nachlesen Und auch sicherlich in den nächsten Heften.
00:50:14: dann noch Lyrik von Ihnen und freue mich auf die Fortsetzung des Gesprächs.
00:50:18: Vielen Dank auch, alles Gute Ihnen!
00:50:36: Dies war ein Literaturgespräch aus der Podcastreihe der Spiegelungen Plattform
00:50:40: für deutsche
00:50:41: Kultur und Geschichte Südosteuropas.
00:50:43: Redaktion, Enigquedance,
00:50:45: Produktion, Aula
00:50:46: Ruppert.
00:50:47: Weitere Beiträge
00:50:48: im Text, Bild oder Ton finden Sie unter www.spiegelungen.net.
00:50:55: Wir freuen uns
00:50:56: über eine Bewertung oder ein Like
00:50:59: und über Feedback
00:51:00: unter spiegelungen.it.
00:51:02: ikgs.de.
00:51:04: Bis zum nächsten Mal!
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